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In der Literatur haben Zahlen weitaus mehr als nur eine rein formale Funktion. Im vorliegenden Band über Zahlenkomposition befasst sich Ulrich Ernst - ausgehend von frühen eigenen Studien - mit der Analyse numerologischer Gliederungssysteme in diversen literarischen Gattungen. Die Darstellung beginnt mit Werken der Antike, die im Licht spätantiker und mittelalterlicher Deutungen interpretiert werden. Anschließend zeigt sie anhand der extrem materialreichen Zahlenenzyklopädie der Renaissance die Tradition der Zahlensemiotik auf.Bei der Behandlung von literarischen Tendenzen in der frühen Neuzeit gerät sowohl die visuelle Dichtung in Form von geometrischen Strukturen als auch die barocke Kasualpoesie in Gestalt permutativer Kreuzwortlabyrinthe in das Blickfeld. Es folgen die Moderne mit experimentellen Romanen, deren Baupläne der Ordnungssystematik von Künsten (z.B. Architektur, Musik, Malerei) und Spielen (Tarot, Schach) verpflichtet sind, sowie Ausführungen zur neoavantgardistischen Konkreten Poesie.Im Anschluss wird eine Typologie der Zahlendiskurse aus kulturhistorischer Perspektive entwickelt. Die Schlussbetrachtung beschäftigt sich mit literarischen Metaebenen und maschinell produzierten Formen von Literatur und soll zu weiteren Forschungen anregen.
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