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Elisabeth Mégier bietet eine neue, betont textnahe Lesung einer Reihe von Schriften, die mit der Geschichte befasst sind und der lateinischen Kirche der Spätantike und des früheren Mittelalters zugehören - von der Chronik des Eusebius und Hieronymus bis zu der Geschichte von den zwei Staaten Ottos von Freising. Sie ist geeignet, den in der modernen Mediävistik üblicherweise verwendeten Begriff der Heilsgeschichte in Frage zu stellen. Eine eingehende Analyse der Texte, mit besonderer Aufmerksamkeit auf den unterschiedlichen Wortgebrauch der Autoren, legt vielmehr nahe, diesen Begriff über die teleologische Sukzessionsgeschichte nach Oscar Cullmann hinaus zu erweitern. Sie führt zu der Annahme zweier verschiedener - wenn auch gleicherweise von Eusebius von Caesaraea ausgehender - Traditionen christlicher Weltgeschichtsschreibung: die eine konzentriert sich auf die Abfolge der Herrscher und Reiche, die andere hat Raum für die Vielheit des Vorfallenden, was auch geneigt macht, Heilsgeschichte nicht (nur) als die Entwicklung eines generellen göttlichen Plans, sondern (auch) als die Permanenz göttlicher Gegenwart in allen Einzelheiten der Menschengeschichte zu verstehen. Die Betrachtung im Einzelnen gibt auch die Gelegenheit, das Thema des göttlichen Wirkens mit dem der menschlichen Sünde und der göttlichen Vergebung zu bereichern und damit die historische und theologische Anwendung des Begriffs einander näherzubringen.
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