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Welche Rolle spielt der Substanzbegriff in der gegenwärtigen Metaphysik und Ontologie? Sind Substanzen tatsächlich die ausgezeichneten und unverzichtbaren Entitäten, als die sie seit Aristoteles gelten? Hatte Aristoteles selbst überhaupt eine einheitliche Konzeption des primär Seienden? Mit welchen Gründen läßt sich heute eine Substanzontologie verteidigen oder bestreiten? Was bieten die Proponenten, was die Opponenten? In den bis auf eine Ausnahme exklusiv für diesen Band geschriebenen Aufsätzen, teils auf Deutsch, teils auf Englisch, liefern neun Autorinnen und Autoren aus der Perspektive der analytischen Philosophie gute Argumente entweder dafür, daß 'Substanz' eine nach wie vor unverzichtbare ontologische Kategorie sei, oder dafür, dass man sie weiter analysieren und auf grundlegendere Entitäten zurückführen könne. Die Proponenten führen drei gewichtige Kriterien an: Identität, Unabhängigkeit und Individualität (Teil I); die kritischen Exegeten und Kommentatoren untersuchen, was die Textbasis bei Aristoteles, Locke und Leibniz für das gegenwärtige Verständnis des Substanzbegriffs hergibt (Teil II); die Opponenten schließlich stellen unüberwindliche Probleme des Substanzbegriffs heraus und machen Vorschläge, wie man mit Prozeßkategorien, partikulären Qualitäten (Tropen) und Relationen (ontischen Prädikaten) weiterkommt (Teil III).
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