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Die Arbeit ist der Versuch einer zusammenhängenden historisierenden Lektüre wesentlicher Essays und fiktionaler Prosatexte des Autors Ronald M. Schernikau (1960-1991). Als schwuler Kommunist trat dieser mit dem Anspruch an, die Widersprüche zwischen Partikularismus und Universalismus literarisch produktiv zu machen. Im Verlauf von mehreren Einzelstudien wird diese inhärente Spannung seines politisch-poetischen Programms ins Zentrum der Betrachtung gestellt. Vor dem Hintergrund wesentlicher politischer und ästhetischer Debatten der 1970er und -80er Jahre werden so die Umrisse einer Poetik nachgezeichnet, deren Leitbegriffe Affirmation, Lob und Schönheit sind. Ein weiteres Augenmerk liegt dabei auf theorie- und bewegungsgeschichtlichen Aspekten. Gibt es ein genuin schwules Schreiben jenseits einer auktorialen Selbstpositionierung? Was würde eine kommunistische Literatur auszeichnen? Schernikau verhandelt poetologische Fragen um die Konzepte Autorschaft, Werk und Realismus, die nicht nur an gegenwärtige Diskurse anschlussfähig sind, sondern auf die Kernprobleme der politischen Literatur des Zwanzigsten Jahrhunderts verweisen.
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