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Seit Samuel Huntington 1993 den "e;Kampf der Kulturen"e; ausrief, hat sich der antimuslimische Rassismus in Europa rasant ausgebreitet. Hier betrachtet man Muslime als Antithese zu den westlichen Werten, als schwer oder nicht integrierbar. Den Sicherheitsapparaten gelten sie als Risikogruppe. Die Gewalt gegen Musliminnen und Muslime hat weltweit eine Dimension erreicht, die es rechtfertigt, von der grten rassistischen Massenmobilisierung seit dem Faschismus zu sprechen. Diese war nur mglich, weil der Islam neben dem Judentum eines der ltesten und wirkungsmchtigsten Feindbilder Europas ist. Seit jeher haben die Europer ihre Identitt in Abgrenzung gegen den Islam bestimmt. Europer sein hie schon im Mittelalter vor allem, kein Muslim zu sein. In der Rhetorik vom "e;christlich-jdischen Abendland"e; scheint diese alte Frontstellung wieder auf. Die politischen und sozialpsychologischen Funktionen dieser spezifischen Form des kulturellen Rassismus sind vielfltig. Sie reichen von der ideologischen Absicherung der NATO-Kriegspolitik gegen die muslimische Welt ber die Legitimierung der fortschreitenden autoritren Formierung der westlichen Staatsapparate bis hin zur Kanalisierung sozialer Unzufriedenheit durch die Feindbildkonstruktion. Rechtsradikalen dienen sie berdies zur Verstrkung ihres Einflusses und sich links gebenden Antideutschen zur Befrderung ihrer proisraelischen Agenda. Fr viele verunsicherte Brger im krisengeplagten Europa bildet der antimuslimische Rassismus ein Ventil, um ihrer diffusen Wut Luft zu machen. Die Islamwissenschaftlerin Petra Wild untersucht, angelehnt an die Arbeiten von Edward Said und Theodor W. Adorno, die historischen, politischen und sozialpsychologischen Aspekte des antimuslimischen Rassismus.
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