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Das Wort Gott mit all seinen Fassetten ist vielen fremd geworden oder es ist fur sie ganzlich uberflussig. Zu verjenseitigt und personal(istisch) den einen, zu verklebt mit Angst- und Gewaltgeschichten und zudem mit Kirchengeruch anderen. Wieder anderen Inbegriff groter Hoffnung und Adressat aufrichtigen Betens. Schon das eigene Leben notigt hier zur Klarung. So galt es auch fur dieses Heft, Eingrenzungen vorzunehmen und einen einzigen Blickpunkt inden Blick zu nehmen: Mein Gott. Natrlich ist jede Mehrdeutigkeit gewollt, die Vielfalt der Leserschaft und den Reichtum unterschiedlicher Erfahrungen im Blick. Schon das Wort "e;Gott"e; ist vielen abhandengekommen oder wird ausdrcklich abgelehnt: "e;o Gott"e;, jetzt doch wieder ein Heft mit diesem Thema. Aber gehen wir mutig davon aus, dass dieses umstrittene Wort selbst als Leerstelle noch sinnvoll bleiben und werden kann. "e;Das ist das Verderbliche an diesem Wort, das so oft als Antwortgebraucht wird. Er htte einen Namen haben mssen, der wie eine Frage klingt."e; So eine Figur im Roman "e;Rituale"e; von C. Nooteboom. "e;Mein Gott"e; - diese Formulierung hat denselben Status wie "e;mein Mann"e; oder "e;meine Wohnung"e;. Sie signalisiert Zugehrigkeit, Verbundensein und Beziehung, ja Intimitt. Das Possessivpronomen hat im Raum zwischenmenschlicher Beziehungen mindestens zwei Lesarten. Symbiotisch ist es ein Besitzverhltnis verwickelter (wrtlich: verwachsener) Art: Partner oder Partnerin werden als Eigenbesitz betrachtet, als Verlngerung des Ego zwecks Lebenserhalt. Entsprechend war und ist es die Gefahr aller Religionen und Kirchen, Gott als Privatbesitz zu betrachten und, gegen andere fr sich behalten zu wollen. Von Liebe dagegen im Unterschied zu solcher Symbiose ist erwachsen(d) erst dann zu sprechen, wenn Freiheit und die Lust am Unterschied im Spiel ist, am Bejahen der Anderen als Anderen: ich brauche dich nicht, aber ich will dich brauchen, und so bist Du mein und Ich dein. So beziehungsstark lernen und lehren Bibel und Mystik von und mit Gott zu reden. Der biblische Gott gewinnt Name und Gesicht in Beziehungen und aufgrund von Geschichte(n). Er ist der Gott Abrahams und Saras, der Gott Israels und Rebekkas, der Gott Jesu Christi. Die originelle Gottesrede, die Jesus praktiziert und empfiehlt, verstrkt diese Intimitt der Beziehung: "e;Abba, mein Vater"e; - und das direkt neben der berlebensfrage: "e;Mein Gott, mein Gott, warum hast mich verlassen"e;. Gottesbeziehung und Selbstwerdung gehren untrennbar zusammen. So mgen die Beitrge dieses Heftes anregend sein fr die Frage: "e;Was tue ich, wenn ich - bejahend oder bestreitend - Gott sage?"e;
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